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16.06.2014 19:42 Alter: 3 Jahr(e)
Kategorie: Nachrichten

Anspannung in Dohuk – aber bislang keine Gefahr für unsere Preisträger von 2013


Nachdem radikalislamische Milizen in der vergangenen Woche wichtige Städte im Nordirak unter ihre Kontrolle gebracht haben, war nicht auszuschließen, dass die Kämpfe auch in die kurdischen Autonomiegebiete hinein getragen werden könnten. Keine 60 km von der durch die ISIS-Kämpfer eingenommene Stadt Mossul liegt Dohuk, in der unser Preisträger von 2013 seine internationale Schule unterhält. Zur Philosophie der Schule gehört es, junge Männer und Frauen ungeachtet ihrer religiösen Zugehörigkeit, zu unterrichten. Diesem interreligiösen und koedukativen Ansatz verdanken sie einerseits die Nominierung für den Aachener Friedenspreis, andererseits dürften sie gerade deshalb aber auch zur Zielscheibe der ISIS-Kämpfer werden, sollten diese bis dorthin vordringen.

 

Vor diesem Hintergrund haben einige Mitglieder des Aachener Friedenspreises am vergangenen Wochenende mit unserem Preisträger versucht, in Verbindung zu treten. Nach mehreren Gesprächen ergibt sich folgendes Bild:

Die ISIS-Kämpfer haben durchaus versucht, auch Gebiete im kurdischen Autonomiegebiet anzugreifen. Aufgrund der dortigen Gegenwehr durch die Truppen der Peschmerga (kurdische Sicherheitskräfte), haben sie jedoch von diesem Vorhaben abgesehen. Aus den Städten und Gebieten des Nordirak hat sich mittlerweile ein Flüchtlingsstrom in Richtung der kurdischen Autonomiegebiete in Bewegung gesetzt. Rund 500.000 Menschen sind laut irakischem Staatsfernsehen aus Mossul und den umliegenden Regionen in die kurdischen Gebiete nach Dohuk und Arbil geflohen.

 

Der Leiter der Internationalen Schule von Dohuk, Bischof Rabban Al-Qas lässt uns ausrichten, dass es den Menschen in Dohuk den Umständen entsprechend gut geht und die Situation momentan sicher sei. Die Unruhen seien derzeit beschränkt auf irakisches Territorium außerhalb des kurdischen Autonomiegebietes. Dennoch sind die Menschen vor Ort in großer Sorge. Der Bischof bedankt sich für die Nachfragen und bittet die Menschen darum, für den Frieden im Irak zu beten.

 

Der Aachener Friedenspreis wird weiterhin Kontakt zu seinen Preisträgern halten und zu gegebener Zeit über aktuelle Ereignisse berichten.