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Marco Arana, der Träger des Aachener Friedenspreis 2010 war am Samstag den 10. Mai zu Gast im Aachener Welthaus.

Ein Bericht von Ulla Epstein

 

Er kam von einer Tagung des „Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder e.V.“ in Luxemburg, wo er über den unermüdlichen Kampf an der Mine Yanacocha gegen die wirtschaftlichen Interessen des Bergbau-Unternehmens Newmont Mining in Einklang mit den Lobbyisten in der peruanischen Regierung berichtete.

Am Abend fuhr er zum Deutschem Jahrestreffen der NGOs die zu Perú arbeiten, nach Köln. Zum Gespräch im Welthaus erschienen zahlreiche Mitglieder des Arbeitskreises Perú der Pfarre St. Josef in Herzogenrath. Sie hatten Marco Arana vor 3 Jahren für den AFP vorgeschlagen. Auch die nationalen Preisträger von damals „ Phoenix“ kamen aus Duisburg mit einer Delegation. Es war ein freudiges Wiedersehen.

Er konnte uns berichten wie wichtig die Auszeichnung für seine persönliche Sicherheit aber auch für die andere Mitglieder von GRUFIDES ist. *Während er nicht mehr von anonymen Bedrohungen und Einbrüchen bedroht wird, musste die Rechtsanwältin Mirta Vázques der Vereinigung für die Sicherheit ihrer zwei kleinen Kinder fürchten. Er erzählte, dass im Dezember 2013 es einer Gruppierung von Anonymen Hackern gelungen war, in das Netz des Innenministeriums zu gelangen wo die als „Terroristen“ gesuchten Personen genannt wurden, darunter auch er, Marco Arana mit Bild.

Als Unterstützer Gruppen zählt GRUFIDES mit dem Nationalen Netzwerk für Menschenrechte (Muqui: auf quechua Schutzschirm(?)) Auch berichtete er über die Lateinamerikanische Stelle zur Beobachtung von Bergbaukonflikten mit Sitz in Santiago de Chile.

Andererseits werden regelmäßig Anklagen (24 in einem Jahr) gegen ihn unter den fadenscheinigsten Begründungen (Korruption, Bereicherung, Aufstand) erhoben. Diese sind nicht nur kostspielig, sondern rauben ihm auch viel Zeit und verhindern, dass er immer dort auftreten kann, wo er benötigt wird.

Das über zwei Stunden andauernde Gespräch orientierte sich an den vielen Fragen der Zuhörer. So betonte er wie wichtig, auch in einem entlegenen Andendorf, die sozialen Netzwerke sind. Auch findet die Zusammenarbeit mit Doktoranden, die mit wissenschaftlichen Studien die Folgen für Mensch und Tier durch Tagebauminen belegen statt und wird weiterhin gesucht.

Er betrachtet es als einen Erfolg, dass endlich, nach 15 Jahren in Perú in 2009 ein Umweltministerium eingerichtet wurde, dass unabhängig vom Wirtschaftsministerium ist, leider noch mit zu wenig Mitteln ausgestattet. Ein Erfolg ist es auch in Ecuador, dass die öffentlichen Proteste so stark sind, dass die Regierung eine Bergbauausbeutung des Landes scheut.

Ein großes Problem ist in Peru die Medienkonzentration in den Händen einer einzigen Familie, die außerdem Besitzerin einer Baufirma ist, die große Aufträge von den Minenbetreibern erhält. Eine unparteiische öffentliche Meinungsbildung ist somit kaum möglich.

Zum Abschluss nannte er vier wichtige Zeile der Arbeit.

1. Die Einbeziehung der indigenen Bevölkerung im Vorfeld der Planung, so wie es die ILO-Konvention Nr. 169 vorsieht.

2. Die Erschaffung eines Internationalen Strafgerichtshofs gegen Umweltfrevel, in Anlehnung an den Internationalen gegen Menschenrechtsverletzungen in Den Haag

3. Die Forderung dass Internationale Unternehmen weltweit nach den gleichen Umweltstandards handeln müssen. (Was in Europa oder USA verboten ist, muss überall gelten.)

4. Die Erschaffung g eines lokalen Umweltentwicklungsplans, so dass die Folgen in einer Region noch in er Planungsphase erkannt erden können-

 

Z.B. : In 2011, als sein Auto durch eine Sperre gezwungen wurde zu halten, konnten er und seine Mitstreiter in das Haus eines Bauern flüchten. Dass schon 14 Stunden später er auf freiem Fuße war schuldet er .s.E. der Wirkung des Aachener Preises und unzähliger Protestschreiben.