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Kerstin Meinhardt, Gruppe „Rüstungsexport“ (Preisträger 1992)

Liebe Tina Terschmitten, liebe »FriedenspreislerInnen«,

Danke an alle Aktiven für die Arbeit beim Aachener Friedenskreis. Mein Mann Thomas und ich verfolgen die Aktivitäten des Aachener Friedenspreises aufmerksam. Gratulation zur Wahl der diesjährigen Preisträger! Vor mehr als 30 Jahren hatten wir übrigens gute Verbindungen zur Comiso-Initiative in Sizilien, die sich gegen die Stationierung von Mittelstreckenraketen engagierte. Wir informierten damals bei einem Friedensfest in Idstein über die Arbeit der Gruppe in Comiso. Das war zu der Zeit, als der Druck von Plakaten noch unerschwinglich teuer war und wir sie daher selbst malten … wie weit ist davon das Netzwerk JunepA entfernt … und dennoch verbindet uns Einiges …

Leider können wir auch in diesem Jahr am 1. September nicht nach Aachen reisen, weil wir am Antikriegstag hier in der Rhein-Main-Region zahlreiche Friedensaktionen begleiten, u.a. wird Thomas bei der DGB-Kundgebung in Frankfurt reden und anschließend eröffnen wir im Frankfurter Dom die jährliche Aktion »Wander-Friedenskerzen«. Die 16. Aktion Wanderfriedenskerze läuft unter dem Motto »Du machst mein Herz weit!« für die Opfer von Mauern und Ausgrenzung.

Wir werden am 1. September an Euch denken und den Tag so mit Euch feiern! Euch allen einen langen Atem im wichtigen Engagement für den Frieden.

Mit freundlichen Grüßen
Kerstin Meinhardt

 

 

Berliner Compagnie (Preisträger 2009)

Die USA unterhalten in 118 Ländern mehr als 700 Stützpunkte. Unsere Theatergruppe erklärt sich solidarisch mit dem Protest gegen den Einbezug Siziliens in die globale Kriegsstrategie der USA. Wir freuen uns, dass „No MUOS“ den Internationalen Aachener Friedenspreis erhält.

Und Glückwunsch, JunepA, zum Nationalen Aachener Friedenspreis! Hat sich der Nachwuchs also doch nicht von den großen politischen Fragen verabschiedet. Es gibt Hoffnung. Die Enkel fechtens besser aus!

 

 

Borderline Europe e.V. (Preisträger 2012)

Als ehemaliger Preisträger von 2012 freuen wir, borderline-europe – Menschenrechte ohne Grenzen uns sehr über die diesjährige Auszeichnung der italienischen Bewegung No MUOS mit dem Aachener Friedenspreis.

MUOS steht für Mobile User Objective System und das ist ein Satellitenkommunikationssystem der US Navy ein Teil der militärischen Infrastruktur der USA. Für den Betrieb von MUOS sind weltweit vier Bodenstationen notwendig. Als letzte dieser Bodenstationen ist die in Niscemi, Sizilien Ende 2016 in Betrieb gegangen.

Die Proteste gegen den Bau dieser Station begannen 2009 und wurden dann ab 2011 von der Bewegung 2011 No MUOS organisiert. Für die Beteiligung an diesen Protesten gibt es viele Gründe:

  • Pazifistische, weil mit dem Ausbau der militärischen Infrastruktur kriegerische Aktivitäten befördert werden und Italien damit an Kriegen beteiligt wird;
  • Gesundheitliche, weil durch die von den Antennen ausgehenden starken Strahlungen erhebliche Risiken für die Anwohner*innen bestehen;
  • Umweltschutz, die Anlage wurde in einem Naturschutzgebiet errichtet,
  • Rechtliche, weil diverse Rechtsverstöße begangen wurden bei der Durchsetzung des Baus dieser Anlage

Die Bewegung No Muos versucht auf verschiedenen Ebenen gegen eine Militarisierung Siziliens vorzugehen und zu verhindern, dass Sizilien somit zum Ausgangspunkt für kriegerische Aktionen der USA wird. Es handelt sich bei der Bewegung No Muos nicht „nur“ um ein lokales Bündnis, sondern um eine Basisbewegung, die in themenübergreifenden Komitees und durch gemeinsame Aktionen, Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit versucht gegen die Verfassungswidrigkeit der Satellitenanlage vorzugehen. Begleitet wird die Arbeit auch durch Klagen vor den zuständigen Gerichten. Denn die Genehmigung der Anlage weist zahlreiche Ungereimtheiten und Verstöße auf, so wurde mit der Unterstützung der italienischen Regierung und der Provinz Siziliens die Anlage in einem Naturschutzgebiet gebaut. Risiken für die Gesundheit der vor Ort lebenden Menschen werden weitestgehend ignoriert. Da es sich um eine kriegsfördernde Anlage handelt und das italienische Parlament nicht einbezogen wurde, handelt es sich auch um ein verfassungswidriges Vorgehen. Da dieses Satellitenkommunikationssystem aber auf diese Anlage angewiesen ist, stehen die Interessen der USA und des italienischen Verteidigungsministeriums gegen die Interessen und Forderungen der betroffenen Bevölkerung und somit verwundert es nicht wirklich, dass diese Klagen abgewiesen worden sind. Stattdessen finden nun Prozesse gegen die Aktivist_innen von No Muos geführt, um die gesamte Bewegung zu diskreditieren.

Die Verleihung des Aachener Friedenspreises an die Bewegung No MUOS setzt ein wichtiges Zeichen zur Unterstützung von Basisbewegungen, die sich gegen die zunehmende Militarisierung zur Wehr setzen. Auch wir sind in unserer Arbeit mit der militärischen Abschottung Europas und dem Krieg gegen Flüchtlinge konfrontiert, und freuen uns deswegen besonders, über die Auszeichnung für die Bewegung NO MUOS und wünschen der Bewegung daher Energie und Ausdauer in ihren Bestrebungen gegen eine weitere Militarisierung Siziliens und des gesamten Mittelmeerraums.