Trauer um das Gründungsmitglied Hein Kolberg

Der Aachener Friedenspreis trauert um einen herausragenden Friedensaktivisten

Hein Kolberg ist verstorben – Aachen verliert eine große Persönlichkeit und der Aachener Friedenspreis sein engagiertes Gründungs- und langjähriges Vorstandsmitglied.

In der Nacht vom 1. auf den 2. Januar ist Hein Kolberg im Alter von 93 Jahren verstorben.

Seine Kindheit und die Jugendjahre waren eine entbehrungsreiche Zeit,
die er als Sohn einer Arbeiterfamilie in Aachen verbracht hat. Der
Faschismus und der Krieg haben aus ihm einen unermüdlichen Kämpfer für die gute und gerechte Sache gemacht. Hein Kolberg war fortan ein unermüdlicher Gewerkschafter, ein engagierter Friedensaktivist und ein konsequenter Antifaschist. Noch bis vor wenigen Monaten hat er Schulklassen besucht, um dort als Zeitzeuge über die Verbrechen des Nationalsozialismus und die schrecklichen Ereignisse des Krieges zu berichten.

Die Erfahrungen des Krieges machten aus Hein Kolberg einen überzeugten Antimilitaristen. Er engagierte sich daher konsequent in der Friedensbewegung und wehrte sich gegen die Remilitarisierung und Wiederbewaffnung Deutschlands. Ende der 80er Jahre gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Aachener Friedenspreises.

Unvergessen bleiben seine engagierten Redebeiträge auf zahlreichen Veranstaltungen und Kundgebungen, auch bei zahlreichen Auftaktkundgebungen zur Preisverleihung am Elisenbrunnen. Seine Konsequenz und seine Ausdauer werden uns immer in Erinnerung bleiben und gleichzeitig Antrieb sein, für die kommenden Aufgaben und Herausforderungen. Gerade jetzt werden wir an seinem Beispiel festhalten und weiter mit lauter Stimme gegen Faschismus und Rassismus wehren.

Hein Kolberg wird uns fehlen.

02. Januar 2015

Themen: Allgemein

Kooperationsvereinbarung kündigen

Resolution der TeilnehmerInnen der Tagung am 8. November 2014 in Essen

In diesem Jahr hören wir eine Vielzahl von Reden und Gedenkveranstaltungen zur Erinnerung an den 1. Weltkrieg, die stets den Frieden beschwören. Gleichzeitig fordern Bundesregierung und die politischen Eliten die Beteiligung der Bundeswehr an immer neuen militärischen Einsätzen in aller Welt.

Doch wenn wir wirklich den Frieden wollen, müssen wir ihn bei uns endlich beginnen: Keine weltweiten Kriegseinsätze mehr, keine Waffenlieferungen in alle Welt.

Vor sechs Jahren wurde die Kooperationsvereinbarung zwischen Bundeswehr und dem Land NRW beschlossen. Insgesamt acht Bundeslä141108_Reso_Endnder haben inzwischen eine ähnliche Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Bundeswehroffiziere kommen seitdem vermehrt in Bildungseinrichtungen und werben für die militärisch dominierte außenpolitische Position der Bundesregierung und indirekt auch für den Job in der Armee. Bundesweit treten Jugendoffiziere jährlich bei mehr als 4300 Veranstaltungen vor ca. 120.000 SchülerInnen und StudentInnen auf.

Wir lehnen eine staatlich finanzierte Interessengruppe an den Schulen ab, die einseitig informiert und verdeckt für die Bundeswehr verharmlosende Werbung betreibt! Die Kritik an der Kooperationsvereinbarung in NRW ist ungebrochen und nimmt weiter zu.

  • Wir fordern daher die Schulministerin auf: Kündigen Sie diese Vereinbarung mit der Bundeswehr. Legen Sie den Schwerpunkt der politischen Bildung auf Friedenserziehung, wie es in der Verfassung unseres Landes und im Schulgesetz festgeschrieben ist: „Die Jugend soll erzogen werden im Geist der Menschlichkeit, der Demokratie und der Freiheit, … zur Völkergemeinschaft und zur Friedensgesinnung.“
  • Belassen Sie diese Aufgabe bei den eigentlich Verantwortlichen, den dafür ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen!
  • Wir rufen die Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler sowie die Eltern auf: Sagen Sie Nein zur Bundeswehr an Ihren Schulen!

Die Resolution zum Download

17. November 2014

Themen: Allgemein, Arbeitskreis Antimilitarisierung

Friedensnobelpreis an Kailash Satyarth

Mitglieder und Vorstand des Vereins Aachener Friedenspreis e.V. freuen sich über die Vergabe des Friedensnobelpreises 2014 an den indischen Kinderrechtler Kailash Satyarthi, dem Träger des Aachener Friedenspreises 1994.

Der Preisträger setzt sich seit Jahrzehnten für die Rechte der Schwächsten, der Kinder, ein. Bereits Anfang der 90er Jahre wurde der Aachener Friedenspreis auf den diesjährigen Friedensnobelpreisträger aufmerksam.

Durch die Aktivitäten von Kailash Satyarthi sind die menschenunwürdigen Zustände, unter denen Kinder insbesondere in Asien leben und arbeiten müssen, einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden. Die Diskussion über die Folgen der Lebens- und Arbeitsbedingungen wurde erfolgreich angeregt.

Der Verein Aachener Friedenspreis gratuliert Kailash Satyarthi zum Friedensnobelpreis 2014 und wünscht ihm auch für seine zukünftige Arbeit viel Kraft und Erfolg!

10. Oktober 2014

Themen: Allgemein

Der Aachener Friedenspreis trauert um Hildgarde Lisse

In der Nacht zum 23. September 2014 ist Hildgarde Lisse verstorben. Hildgarde Lisse gehörte bis ins hohe Alter zu den herausragenden Frauen der Aachener Bevölkerung. Ihre Streitlust und ihre Konsequenz im Handeln werden uns fehlen. Die friedenspolitische Sache war ihr immer eine Herzensangelegenheit gewesen. So gehörte sie am 8. Mai 1988 zu den Gründungsmitgliedern des Aachener Friedenspreises und arbeitete auch in den ersten Vereinsjahren im Vorstand mit. Streitbar wie sie war, kehrte sie dem Verein zwischenzeitlich auch mal den Rücken, kehrte allerdings immer wieder zurück und blieb bis zu ihrem Tod Mitglied im Aachener Friedenspreis. Hildgarde Lisse hat über viele Jahre die politische Arbeit des Aachener Friedenspreises begleitet und geprägt. Aber es wäre verkürzt, ihre politische Tätigkeit auf die Friedensarbeit zu reduzieren. Nichts hasste sie mehr als Ungerechtigkeit – außer vielleicht, wenn man ihren Vornamen falsch schrieb (Wehe dem, der sie Hildegard nannte!). Mit Hildgarde verliert Aachen eine engagierte Gewerkschafterin, Sozialdemokratin und Aktivistin, die keine Ungerechtigkeit durchgehen ließ, die immer wieder den Finger in die Wunde legte. Und wenn sie der Meinung war, es sei immer noch nicht Alles gesagt, dann schrieb sie einen ihrer zahlreichen Leserbriefe.

Der Aachener Friedenspreis verabschiedet sich mit größtem Respekt von Hildgarde Lisse. Wir verneigen uns vor ihrer Lebensleistung. Sie wird uns immer in Erinnerung bleiben.

Ralf Woelk
Vorsitzender
Aachener Friedenspreis e.V.

23. September 2014

Themen: Allgemein

Unterstützen Sie den Preisträger 2013: Internationale Schule in Dohuk

Die Situation spitzt sich zu

IS-Terrormilizen wüten im Irak mit unbeschreiblicher Gewalt: Menschen werden enthauptet oder bei lebendigen Leib begraben, bislang 1.000 Frauen und Mädchen entführt, zwangsverheiratet, als Sklavinnen verkauft oder als Prämien unter den Terroristen verteilt.

150.000 ChristInnen, JesidInnen und Angehörige anderer Minderheiten fliehen in Panik ins kurdische Autonomiegebiet, viele zu Fuß. Tausende JesidInnen sind immer noch auf dem Berg Shingal von Terroristen eingekesselt und drohen zu verdursten und verhungern.

Friedenspreisträger hilft

Bischof Rabban Al-Qas, Gründer der Internationalen Schule in Dohuk im kurdischen Teil des Irak, die im vergangenen Jahr den Aachener Friedenspreis erhielt, organisiert die Versorgung von derzeit über 3000 Flüchtlingsfamilien (ca. 15.000 Menschen) in Dohuk, denen es an allem fehlt: Unterkunft, Nahrung, Kleidung und Medikamente – denn nahezu nichts konnten sie auf der Flucht mitnehmen.

In wenigen Tagen hat es Bischof Rabban geschafft, freiwillige Helfer selbst in den kleinsten Dörfern zu aktivieren; auch Schülerinnen und Schüler unserer Preisträgerschule helfen als Freiwillige bei der Versorgung der Flüchtlinge mit.

Doch die Not ist groß, die Herausforderung für die Region ist enorm.

Sie sind dringend auf finanzielle Unterstützung von außen angewiesen. Bitte helfen Sie mit, das unbeschreibliche Leid zu mindern.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserem Flyer.

Wir leiten Ihre Spende ungekürzt weiter.

 

Bankverbindung:
Aachener Friedenspreis e.V.
Aachener Bank eG
BLZ 390 601 80
Konto-Nr. 128 428 011
IBAN: DE67390601800128428011
BIC: GENODED1AAC

Stichwort: Flüchtlingshilfe Irak

12. August 2014

Themen: Allgemein, Arbeitskreis Nahost