Einladung zur Verleihung des Aachener Friedenspreises 2026 für die resiliente Zivilgeselschaft von Minnesota und einen allparteilich differenzierten Blick auf den Nahost-Diskurs
Verleihung des Aachener Friedenspreises 2026 für die resiliente Zivilgeselschaft von Minnesota und einen allparteilich differenzierten Blick auf den Nahost-Diskurs
Am Dienstag, dem 1. September 2026, dem Internationalen Antikriegstag, wird der Aachener Friedenspreis an die die Initiative Palestinians and Jews for Peace aus Köln sowie Unidos MN und das Team des queeren Sexshops The Smitten Kitten aus Minneapolis verliehen.
Die Preisverleihung findet am 1. September 2026 ab 19 Uhr in einer öffentlichen Zeremonie in der Aula Carolina, Pontstraße 7, 52062 Aachen statt. Die Laudatio hält der frühere EU-Parlamentarier und Präsident des EU-Parlaments Martin Schulz.
Den Link zum Livestream der Veranstaltung finden Sie auf https://www.aachener-friedenspreis.de/
Die Preisträger*innen
Die Palestinians and Jews for Peace gründeten sich im Oktober 2023 als Reaktion auf die eskalierende Gewalt im Nahen Osten nach dem 7. Oktober. Die rein ehrenamtlich arbeitende Gruppe besteht aus palästinensischen, jüdischen und weiteren solidarischen Freund*innen. Ausgehend von feministischen, emanzipatorischen Werten setzen sie sich für einen differenzierten Dialog und einen mitfühlenden, respektvollen Umgang zwischen jüdischen und palästinensischen Menschen ein.
Sie wollen das öffentliche Narrativ über den Nahostkonflikt verändern, weg von Polarisierung, der Gegenüberstellung von „Tätern“ und „Opfern“ und der Reduzierung auf „Juden vs. Palästinenser“. Stattdessen zeigen sie auf, wie vielfältig und komplex die Realitäten, Erfahrungen und Perspektiven tatsächlich sind. So setzen sie sich mit Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit für eine differenziertere Berichterstattung, für konstruktiven Dialog und gegen Stereotype ein. Mit der Ehrung der Gruppe möchte der Aachener Friedenspreis e.V. ein Zeichen für die Kraft des Dialogs, die Bedeutung von Basisengagement und die Notwendigkeit neuer Wege im Umgang mit Konflikten setzen.
Die Organisation Unidos MN und das Team des queeren Sexshops The Smitten Kitten stehen beispielhaft für den gewaltfreien Widerstand der Zivilgesellschaft in Minneapolis gegen die im Jahr2025/26 massiv eskalierte staatliche Gewalt durch ICE und die sogenannte „Operation Metro Surge“. Seit Ende 2025 sind die Twin Cities Minneapolis und St. Paul Schauplatz einer beispiellosen Inlandsoperation bewaffneter US-Bundesagenten. Was offiziell der Kriminalitätsbekämpfung dienen soll, hat sich zu einer Kampagne der Einschüchterung gegen Migrant*innen und die progressive Stadtgesellschaft entwickelt. Die Erschießungen von Renée Good am 7. und Alex Pretti am 23. Januar 2026 durch ICE-Agenten markieren zwei tragische Höhepunkte der aktuellen Entwicklung.
Während Unidos MN als organisatorisches Rückgrat des Widerstands gegen migrationsfeindliche Ressentiments gegenüber marginalisierten Gruppen aufsteht, zu Aktionstagen für die Einhaltung der Menschenrechte mobilisiert und Menschen zu ihren Rechten fortbildet, steht das Team von The Smitten Kitten für radikale Nachbarschaftshilfe durch die Sammlung und Verteilung von Geldspenden, Grundnahrungsmitteln und Windeln für Familien, die sich aus Angst vor Verhaftung nicht mehr auf die Straße trauen. Praktische Solidarität baut hier Feindbilder ab und schafft Vertrauen – denn Frieden bedeutet auch, das Risiko der Repression auf sich zu nehmen, um Schwächere zu schützen.
Gemeinsam zeigen Beide, dass Friedensarbeit im 21. Jahrhundert viele Gesichter hat. Während Unidos MN die organisatorische Kraft und politische Bildung leistet, steht The Smitten Kitten für die unbeugsame Menschlichkeit und die kreative Widerständigkeit der Subkultur. Mit gemeinsamer Zivilcourage stellen sie sich fortlaufend einer hochgerüsteten Staatsmacht mit den Mitteln der Solidarität entgegen. Der Aachener Friedenspreis an Unidos MN und The Smitten Kitten ist ein Signal der internationalen Solidarität an die demokratischen Bewegungen in den USA.
Eckdaten auf einen Blick:
Termin: Dienstag, 1. September 2026, 19 Uhr
Ort: Aula Carolina, Pontstraße 7, 52062 Aachen
Eintritt frei
Livestream: https://www.aachener-friedenspreis.de/