Keine Minderjährigen in die Bundeswehr

Der Aachener Friedenspreis e.V. verurteilt in aller Schärfe die zunehmende Rekrutierung Minderjähriger für die Bundeswehr. Im Jahr 2017 waren es 2128 minderjährige Rekruten, deutlich mehr als im Vorjahr. Das geht aus einer Antwort des Verteidigungsministeriums hervor. Dabei werden bereits die unter 18jährigen Soldatinnen und Soldaten an der Waffe ausgebildet und schießen auch mit scharfer Munition.

Nach Auffassung des Aachener Friedenspreis e.V. kann sich die Bundeswehr nicht mit anderen Arbeitgeber*innen gleichsetzen, die junge Menschen in ihre Betriebe werben. Sie ist auch kein Abenteuerspielplatz, wie Bundeswehrwerbefilme immer wieder glauben machen wollen. Ganz im Gegenteil geht es bei der Bundeswehr um Kriegseinsätze und das Sterben für die Interessen Anderer.

Auch der zynische Hinweis, die jungen Soldatinnen undSoldaten würden ja nicht in Auslandseinsätze geschickt, kann das Urteil des Aachener Friedenspreis e.V. nicht verändern. Nach Überzeugung des Vereins untergräbt die Bundesregierung damit ihre eigene Glaubwürdigkeit. Deutschland tritt für die weltweite Ächtung von Kindersoldat*innen ein, die nach dem Zusatzprotokoll der UN-Kinderrechtskonvention von 2002 – das auch von der Bundesrepublik mit 166 anderen Staaten unterzeichnet wurde – nicht mehr eingesetzt werden dürfen.

„Wir fordern die Verteidigungsministerin und die neue Bundesregierung auf, diese Verpflichtung endlich einzuhalten und Minderjährige nicht in die Bundeswehr aufzunehmen“, so die Pressesprecherin des Aachener Friedenspreis e.V., Lea Heuser.

11. Januar 2018

Themen: Presse