Père Antoine Exelmans (Marokko)

Foto: Kirchenkreis Jülich

Der französische katholische Priester Père Antoine Exelmans ist seit 3 ½ Jahren in Marokko. In Oujda, direkt an der algerischen Grenze, unterstützt er durch sein Engagement Menschen auf der Flucht. Von dort kommen die weitaus meisten Flüchtlinge ins Land und das Geschäft mit der Migration hat sich etabliert. Flüchtlinge leiden unter Misshandlungen, Gewalt, Erpressung und Menschenhandel. Père Antoine ist der Welt und den Menschen sehr zugewandt. Ohne Anschauung von Herkunft, Geschlecht oder Religion begleitet er insbesondere vulnerable Personen und setzt sich für Gerechtigkeit ein.

Zusammen mit seinem Team bemüht sich Père Antoine, Migrant*innen zu befreien und in Sicherheit zu bringen, die von Kriminellen gefangen gehalten werden. In seinem Gemeindezentrum finden sie eine sichere Notunterkunft, medizinische Versorgung und Beratung. Wenn im Winter das Gemeindezentrum für den Andrang der Schutzsuchenden nicht ausreicht, öffnet er die Kirche selbst als Schlafplatz. Seit 2018 ermöglichen er und sein Team, das Zentrum 24 Stunden jeden Tag im Jahr zu öffnen, damit Flüchtlinge in Not dort jederzeit eine Bleibe und Hilfe finden können.

Berufausbildungsmöglichkeiten für Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge

Foto: Kirchenkreis Jülich

Er unterstützt und berät die Flüchtlinge, wenn sie beim UNHCR einen Asylantrag stellen wollen oder Probleme mit der Botschaft ihres Landes haben. Dazu gehört auch, sie sicher dorthin zu bringen und sicher zurückzuholen. Er kümmert sich um die physische und psychische Gesundung der Vielen, die durch die manchmal jahrelange Flucht mit oft schrecklichen Erlebnissen traumatisiert sind. Bei den Jüngeren setzt er sich dafür ein, sie in das marokkanische Berufsbildungssystem zu integrieren. Im Rahmen eines ökumenischen Projekts half er dabei, für 15 Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge pro Jahr eine Berufsausbildungsmöglichkeit zu schaffen. Als in den ersten vier Monaten des Projekts mehr als 110 Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge um Hilfe baten, nahm er sie auf und sorgte dafür, dass die Kapazitäten für so viele Menschen angepasst wurden. Finanziell holte er Caritas International in Rabat ins Boot und initiierte außerdem ein Team von Freiwilligen, um die jungen Menschen zu unterstützen.

Père Antoine lebt mitten unter den Jugendlichen, begleitet sie, ist stets für sie da und isst mit ihnen, ganz egal woher sie kommen und ganz egal ob sie einer Religion angehören oder nicht. Sein Engagement begründet er mit Matthäus 25: „Ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben, ich war nackt und ihr habt mich gekleidet…..“. Exelmans sagt: „Wenn unsere westlichen Gesellschaften Migration und den Islam verstehen wollen, müssen sie zumindest eine Zeitlang in Marokko leben.“ Ihm ist wichtig, sich für die Ärmsten der Armen einzusetzen, die am meisten leiden und keine Stimme haben.

Als Generalvikar (Vertreter des Kardinals und des Erzbischofs von Rabat Cristobal Lopez) arbeitet er auch wissenschaftlich zu Migration und interreligiösem Dialog. Zuvor war er Direktor des ökumenischen Instituts Al Mowafaqa in Rabat, in dem katholische und evangelische Studenten in christlicher Theologie ausgebildet werden, aber auch intensiv den Islam und den interreligiösen Dialog kennenlernen können.

Wie soll der Aachener Friedenspreis Père Antoine Exelmans unterstützen?

Der Aachener Friedenspreis möchte Père Antoine Exelmans und seinen selbstlosen Einsatz würdigen, aber auch erneut das Thema Flucht und Geflüchtete ins Bewusstsein rücken. Schon auf dem afrikanischen Kontinent, lange bevor Menschen auf der Flucht das Mittelmeer erreichen und damit in unsere medial geprägte Wahrnehmung gelangen, sind sie zahllosen Gefahren, unfassbarer Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt. Auf ihrem Weg treffen sie auf Menschen wie Exelmans, die ihr Möglichstes tun, um das schlimmste Leid zu verhindern oder zumindest zu lindern. Dies kann jedoch alles nicht darüber hinwegtäuschen, dass unsere einzige Möglichkeit letztendlich die Beseitigung aller Fluchtursachen ist, also die Beendigung von Kriegen und Konflikten, die Armutsbekämpfung, Gesundheitsversorgung und Klimagerechtigkeit.

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Quelle: eRecht24 GbR

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