Ruslan Kotsaba verzichtet auf Auszeichnung mit Aachener Friedenspreis 2019

Am 22.05.2019 erklärte Ruslan Kotsaba, ukrainischer Journalist und designierter Träger des Aachener Friedenspreises 2019, seinen Verzicht auf die Auszeichnung. Direkt nach der Bekanntgabe der diesjährigen Preisträger – neben Kotsaba auch zwei Initiativen, die sich gegen die Stationierung US-Amerikanischer Atomwaffen auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel einsetzen – waren dem Verein zuvor unbekannte, antisemitische Entgleisungen Kotsabas öffentlich geworden.

Der Vereinsvorstand bekräftigt zwar seinen Respekt für Ruslan Kotsabas friedenspolitisches Engagement und seinen Mut, mit hohem persönlichem Risiko dafür einzustehen. “Wir werden die weitere Entwicklung genau beobachten und im Falle von drohenden Repressionen Stellung nehmen”, sagt Pressesprecherin Lea Heuser. Ruslan Kotsabas Distanzierung von den antisemitischen Aussagen in einer Videobotschaft aus dem Jahr 2011 und seine diesbezügliche Entschuldigung empfindet der Vorstand als glaubwürdig. “Menschen haben aus unserer Sicht das Recht, sich weiterzuentwickeln und auch grundlegende Einstellungen zu ändern”, so Heuser.

Die Auseinandersetzung um den Umgang mit den damals getätigten, unvertretbaren Aussagen Kotsabas stellte den Aachener Friedenspreis e.V. jedoch vor eine Zerreißprobe und der Vorstand entschied sich für eine Rücknahme der geplanten Auszeichnung. Hierüber hätte aber endgültig nur eine außerordentliche Mitgliederversammlung entscheiden können, da die Mitglieder Kotsaba zunächst als Preisträger gewählt hatten. Der Vorstand darf keine Beschlüsse einer Mitgliederversammlung rückgängig machen. Deshalb dankt der Verein Ruslan Kotsaba ausdrücklich für seinen Entschluss, durch den Verzicht auf die Auszeichnung Schaden vom Aachener Friedenspreis abzuwenden. Die Außerordentliche Mitgliederversammlung am 14.06.19, die ursprünglich einberufen wurde, um die Vereinsmitglieder über eine Aberkennung des Preises an Kotsaba entscheiden zu lassen, wird trotzdem stattfinden – nicht zuletzt, um den Fall aufzuarbeiten.

22. Mai 2019

Themen: Presse